Kaufleute für Digitalisierungsmanagement
Digitalisierungsprojekte steuern — die Schnittstelle zwischen IT und Unternehmensstrategie.
Der Beruf im Überblick
Kaufleute für Digitalisierungsmanagement (KDM) planen, steuern und begleiten Digitalisierungsprojekte in Unternehmen. Sie analysieren bestehende Geschäftsprozesse, identifizieren Optimierungspotenziale durch digitale Technologien und begleiten die Umsetzung als Schnittstelle zwischen Fachbereichen, IT und Management. Der Beruf entstand mit der Neuordnung 2020 und spiegelt den wachsenden Bedarf an Fachkräften wider, die Digitalisierung nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch und wirtschaftlich gestalten können.
Typische Tätigkeiten
- Analyse und Modellierung von Geschäftsprozessen (z. B. mit BPMN)
- Entwicklung und Bewertung von Digitalisierungskonzepten
- Durchführung von Kosten-Nutzen-Analysen für IT-Investitionen
- Projektmanagement: Planung, Steuerung und Controlling von IT-Projekten
- Change-Management: Mitarbeiter/-innen für digitale Veränderungen gewinnen
- Erstellung von Anforderungsdokumenten und Lastenheften
- Evaluation und Einführung von Softwarelösungen (ERP, CRM, DMS)
Abgrenzung zu Kaufleuten für IT-System-Management
Beide Berufe gehören zur kaufmännischen Säule der IT-Berufe. KDM fokussiert sich auf Projekte und Veränderungsprozesse: Prozessanalyse, Digitalisierungsstrategie, Change-Management. KISM hingegen betreut den laufenden IT-Service-Betrieb — Kundenberatung, SLAs und Vertragsmanagement stehen dort im Vordergrund.
Ausbildungsstruktur und Prüfung
Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Die ersten 18 Monate bilden die gemeinsame Grundstufe mit den Lernfeldern LF 1 bis LF 5. In der Fachstufe kommen digitalisierungsmanagement-spezifische Lernfelder hinzu: digitale Geschäftsmodelle, Prozessoptimierung, Projektsteuerung und datenbasierte Entscheidungsfindung.
AP1 prüft die Grundstufe nach 18 Monaten (Gewichtung: 20 %). AP2 umfasst eine betriebliche Projektarbeit mit Fachgespräch sowie schriftliche Prüfungen in berufs- und fachrichtungsspezifischen Inhalten (Gewichtung: 80 %).
Karrierechancen und Weiterbildung
Digitalisierungsmanager/-innen sind in nahezu jeder Branche gefragt — von der Industrie über den Handel bis hin zu Dienstleistungsunternehmen und der öffentlichen Verwaltung. Weiterführende Qualifikationen wie IT-Fachwirt (IHK), IT-Projektleiter (IHK), Agile Coach oder ein Studium der Wirtschaftsinformatik, Betriebswirtschaftslehre oder eines verwandten Fachs eröffnen weitere Karrierestufen bis hin zu Rollen als Digital Transformation Manager oder IT-Strategieberater/-in.
IT-System-Elektroniker/-in
IT-Systeme planen, installieren und warten — Hardware und Software im Griff.
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Kaufleute für IT-System-Management
IT-Services kaufmännisch betreuen — Kundenberatung und Vertragsmanagement.
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Fachinformatiker/-in
Vier Fachrichtungen: AE, SI, Digitale Vernetzung, Daten- und Prozessanalyse.
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