Glossar — H
Die Handelskalkulation ist eine betriebswirtschaftliche Rechenmethode, mit der Handelsunternehmen ausgehend vom Einstandspreis (Einkaufspreis abzüglich Rabatte + Bezugskosten) über Gemeinkosten und Gewinnzuschläge den Verkaufspreis ermitteln. Sie folgt dem Schema: Listeneinkaufspreis → Zieleinkaufspreis → Bareinkaufspreis → Einstandspreis → Selbstkostenpreis → Barverkaufspreis → Zielverkaufspreis → Listenverkaufspreis. Für IT-Händler ist sie unverzichtbar für eine rentable Preisgestaltung.
Der Handelskauf ist ein Kaufvertrag, bei dem mindestens eine Partei Kaufmann im Sinne des HGB ist. Im Gegensatz zum bürgerlichen Kauf (BGB) gelten beim Handelskauf strengere Regeln: Der Käufer ist zur unverzüglichen Untersuchung und Mängelrüge verpflichtet (§ 377 HGB) — unterlässt er dies, gilt die Ware als genehmigt. Für IT-Unternehmen ist der Handelskauf relevant bei Einkauf und Weiterverkauf von Hard- und Software.
Das Handelsregister ist ein öffentliches Verzeichnis, das beim zuständigen Amtsgericht geführt wird und alle eingetragenen Kaufleute sowie Handelsgesellschaften eines Bezirks erfasst. Dort sind wichtige Angaben wie Firma, Sitz, Rechtsform, Vertretungsberechtigte und Stammkapital eingetragen. Dritte können sich auf die Eintragungen verlassen (sog. öffentlicher Glaube des Handelsregisters). Für Kapitalgesellschaften wie GmbH und AG ist die Eintragung konstitutiv, d. h. die Gesellschaft entsteht rechtlich erst mit der Eintragung.
Die Handelsspanne bezeichnet die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem Einstandspreis einer Ware. Sie dient dem Handelsunternehmen zur Deckung der anfallenden Kosten (z. B. Miete, Personal, Lagerhaltung) und zur Erzielung eines Gewinns. Die Handelsspanne wird häufig als prozentualer Aufschlag auf den Einstandspreis (Handelskalkulation) oder als prozentualer Abschlag vom Verkaufspreis angegeben. Eine ausreichende Handelsspanne ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit eines Betriebs.
Handlungskompetenz beschreibt die Fähigkeit einer Person, in beruflichen und privaten Situationen selbstständig, fachgerecht und verantwortungsbewusst zu handeln. Sie setzt sich aus Fachkompetenz (Wissen und Fertigkeiten), Sozialkompetenz (Teamfähigkeit, Kommunikation) und Selbstkompetenz (Eigenverantwortung, Lernbereitschaft) zusammen. In der Berufsausbildung ist die Förderung von Handlungskompetenz ein zentrales Lernziel. Lernfelder im Berufsschulunterricht sind darauf ausgerichtet, praxisnahe Handlungskompetenzen zu entwickeln.
Handlungskosten sind alle Kosten, die im Handelsunternehmen durch den Kauf, die Lagerung und den Verkauf von Waren entstehen, also die Betriebskosten des Handels. Dazu zählen u. a. Personal-, Miet-, Energie- und Verwaltungskosten. In der Handelskalkulation werden die Handlungskosten häufig als prozentualer Zuschlag auf den Bezugspreis (Handlungskostenzuschlag) berücksichtigt. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Kalkulation des Verkaufspreises.
Eine Handlungsvollmacht ist die Ermächtigung, die ein Kaufmann einem Angestellten erteilt, um ihn zu bestimmten Rechtsgeschäften im Namen des Unternehmens zu berechtigen. Im Unterschied zur Prokura ist der Umfang der Handlungsvollmacht eingeschränkt; sie umfasst nur die für den Betrieb des jeweiligen Handelsgewerbes üblichen Geschäfte. Man unterscheidet die Generalhandlungsvollmacht, die Artvollmacht und die Einzelvollmacht. Die Handlungsvollmacht muss nicht ins Handelsregister eingetragen werden.
Physische oder logische Verbindung zwischen Hardware-Komponenten (z. B. USB, PCIe, GPIO), über die Daten und Steuersignale ausgetauscht werden.
Härtung (engl. Hardening) bezeichnet Maßnahmen zur Absicherung von IT-Systemen, indem unnötige Funktionen, Dienste und Zugänge deaktiviert oder entfernt werden. Ziel ist es, die Angriffsfläche eines Systems zu minimieren und bekannte Sicherheitslücken zu schließen. Typische Maßnahmen sind das Deinstallieren nicht benötigter Software, das Ändern von Standardpasswörtern, das Aktivieren einer Firewall und das regelmäßige Einspielen von Sicherheitsupdates. Gehärtete Systeme sind deutlich widerstandsfähiger gegen Angriffe von außen und innen.
Funktion, die eine beliebig lange Eingabe auf einen Hashwert fester Länge abbildet, z. B. SHA-256 oder MD5 für Prüfsummen und Passwörter.
Datenstruktur, die Hashwerte zur effizienten Speicherung und schnellen Suche von Elementen nutzt, z. B. Hashtabelle, HashMap oder HashSet.
Datenstruktur, die Schlüssel per Hashfunktion auf Tabellenindizes abbildet und so sehr schnelle Such- und Einfügeoperationen ermöglicht.
Zentrale Einstiegsseite einer Website, die Nutzern einen Überblick bietet und zur Navigation zu weiteren Bereichen dient.
HDMI (High Definition Multimedia Interface) ist ein digitaler Schnittstellenstandard für die Übertragung von unkomprimiertem Audio- und Videosignal zwischen Geräten. Er wird vor allem zur Verbindung von Computern, Blu-ray-Playern, Spielekonsolen und Fernsehern verwendet. HDMI überträgt sowohl Bild- als auch Tondaten über ein einziges Kabel und unterstützt Auflösungen bis zu 4K und 8K. Aktuelle Versionen (z. B. HDMI 2.1) unterstützen zudem hohe Bildwiederholraten und erweiterte Farbräume.
Ein Helpdesk (auch IT-Support oder Service Desk) ist eine zentrale Anlaufstelle für Nutzer, die technische Probleme oder Fragen zu IT-Systemen haben. Er nimmt Störungen und Anfragen entgegen, dokumentiert sie und koordiniert deren Lösung, oft mithilfe eines Ticketsystems. Helpdesks werden nach Eskalationsstufen (1st, 2nd, 3rd Level Support) organisiert: Einfache Probleme werden direkt gelöst, komplexere Fälle an Spezialisten weitergeleitet. Ein gut funktionierender Helpdesk ist entscheidend für die Produktivität in Unternehmen.
Das Hexadezimalsystem ist ein Stellenwertsystem zur Basis 16 und verwendet die Ziffern 0–9 sowie die Buchstaben A–F (für die Werte 10–15). Es wird in der IT häufig zur kompakten Darstellung von Binärzahlen genutzt, da eine Hexadezimalziffer exakt vier Bit (ein Nibble) repräsentiert. Typische Anwendungsgebiete sind die Darstellung von Speicheradressen, Farben in Webdesign (#FF5733) und MAC-Adressen. Zur Umrechnung wird eine Hexadezimalzahl nach dem Stellenwertsystem in eine Dezimalzahl umgerechnet.
Eine hierarchische Datenbank organisiert Daten in einer Baumstruktur, bei der jeder Datensatz (Knoten) genau einen übergeordneten Datensatz (Elternknoten) hat, aber mehrere untergeordnete Datensätze (Kindknoten). Dieses Modell eignet sich gut für Daten mit klaren Hierarchien, z. B. Organisationsstrukturen oder Dateisysteme. Die Navigation erfolgt entlang der vordefinierten Pfade von oben nach unten. Im Vergleich zu relationalen Datenbanken sind hierarchische Datenbanken weniger flexibel bei komplexen Abfragen.
Hoaxes sind bewusst falsche Meldungen oder Kettenbriefe, die meist per E-Mail oder über soziale Medien verbreitet werden und Empfänger zum Weiterleiten verleiten sollen. Häufige Themen sind angebliche Virenwarnungen, gefälschte Gewinnnachrichten oder falsche Katastrophenmeldungen. Obwohl Hoaxes selbst keine Schadsoftware enthalten, können sie Verwirrung stiften und IT-Ressourcen durch massenhafte Weiterleitung belasten. Im Sicherheitsunterricht werden Hoaxes als Teil von Social-Engineering-Angriffen behandelt.
Statistische Eigenschaft, bei der die Varianz der Residuen in einem Regressionsmodell über alle Beobachtungswerte konstant bleibt.
Die Host-Adresse ist der Teil einer IP-Adresse, der ein bestimmtes Gerät (Host) innerhalb eines Netzwerks eindeutig identifiziert. Sie ergibt sich aus der IP-Adresse nach Abzug des Netzwerkanteils, der durch die Subnetzmaske bestimmt wird. Die korrekte Berechnung von Host- und Netzwerkadressen ist prüfungsrelevantes Grundwissen für IP-Adressierung und Subnetting.
Ein Hotspot ist ein öffentlich zugänglicher WLAN-Zugangspunkt, der Nutzern in Cafés, Bahnhöfen, Hotels oder anderen öffentlichen Bereichen einen drahtlosen Internetzugang ermöglicht. Die Verbindung erfolgt meist über einen Router oder Access Point, der an einem Internetanschluss hängt. Öffentliche Hotspots sind häufig unverschlüsselt oder nur schwach gesichert, weshalb die Übertragung sensibler Daten ohne VPN riskant ist. Mobile Geräte können auch selbst als persönlicher Hotspot fungieren, indem sie ihre Mobilfunkverbindung teilen.
HTML (HyperText Markup Language) ist die standardisierte Auszeichnungssprache zur Strukturierung und Darstellung von Inhalten im World Wide Web. Mit HTML-Elementen (Tags) werden Überschriften, Absätze, Links, Bilder und weitere Inhalte definiert. HTML bildet zusammen mit CSS (Gestaltung) und JavaScript (Interaktivität) die Grundlage jeder Website. Die aktuelle Version HTML5 bringt erweiterte semantische Elemente und Unterstützung für Multimedia-Inhalte ohne Plugins.
Ein Hub ist ein einfaches Netzwerkgerät, das mehrere Netzwerkgeräte miteinander verbindet und empfangene Datenpakete an alle angeschlossenen Ports weiterleitet (Broadcast). Da alle Geräte im selben Kollisionsbereich liegen, sinkt die Netzwerkleistung bei vielen Geräten erheblich. Hubs arbeiten auf Schicht 1 (physikalische Schicht) des OSI-Modells und können keine Datenpakete filtern oder gezielt weiterleiten. In modernen Netzwerken wurden Hubs weitgehend durch effizientere Switches abgelöst.
Hyper-Converged Infrastructure (HCI) ist ein softwarebasierter IT-Infrastrukturansatz, bei dem Rechenleistung, Speicher und Netzwerk auf standardisierten x86-Servern zu einer einheitlichen Plattform zusammengeführt werden. Im Gegensatz zu klassischen Rechenzentren entfallen separate Storage-Systeme, da der Speicher über alle Knoten verteilt und softwaregesteuert verwaltet wird. HCI vereinfacht die Verwaltung, erhöht die Skalierbarkeit und reduziert den Platzbedarf. Bekannte Hersteller sind VMware (vSAN), Nutanix und Microsoft (Azure Stack HCI).
Ein Hypervisor (auch Virtual Machine Monitor, VMM) ist eine Software oder Firmware, die mehrere virtuelle Maschinen (VMs) auf einem physischen Host betreibt und verwaltet. Typ-1-Hypervisoren (Bare-Metal) laufen direkt auf der Hardware (z. B. VMware ESXi, Hyper-V), Typ-2-Hypervisoren laufen auf einem Betriebssystem (z. B. VirtualBox). Hypervisoren sind die technische Grundlage für Server-Virtualisierung und Cloud-Computing.