Glossar — L

Beim überwachten Lernen: der bekannte Zielwert eines Trainingsdatenpunkts, den das Modell vorhersagen soll, z. B. „Katze" oder „Spam".

Kontrollierter Softwaretest in einer isolierten Testumgebung, bei dem Probanden unter Beobachtung ein System nutzen und ausgewertet werden.

Laptops (auch Notebooks) sind tragbare Computer, die Tastatur, Bildschirm, Akku und alle wesentlichen Hardwarekomponenten in einem kompakten Gehäuse vereinen. Sie ermöglichen mobiles Arbeiten und werden sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld eingesetzt. Gegenüber Desktop-PCs bieten Laptops weniger Upgradierbarkeit, sind dafür jedoch flexibel im Einsatz und energieeffizienter.

PHP-Webframework nach dem MVC-Muster mit integrierten Funktionen für Routing, ORM, Authentifizierung und Queues für moderne Webanwendungen.

Auf riesigen Textmengen trainiertes neuronales Netz, das natürliche Sprache versteht und generiert; Grundlage moderner KI-Assistenten wie ChatGPT.

Das Lastenheft ist ein Dokument, das der Auftraggeber erstellt und alle Anforderungen an ein zu entwickelndes System oder Produkt beschreibt – das „Was soll das System können?". Es bildet die Grundlage für Ausschreibungen und den anschließenden Vertrag mit dem Auftragnehmer. Das Pflichtenheft des Auftragnehmers konkretisiert später, wie diese Anforderungen technisch umgesetzt werden.

Latenz bezeichnet die Zeitverzögerung, die entsteht, bevor Daten von einem Sender zum Empfänger übertragen werden, und wird typischerweise in Millisekunden (ms) gemessen. Sie ist eine wichtige Kennzahl in Netzwerken, da hohe Latenz bei Echtzeitanwendungen wie VoIP, Gaming oder Video-Conferencing spürbar störend wirkt. Ursachen für Latenz sind physikalische Signallaufzeiten, Routing-Prozesse und Verarbeitungszeit in Netzwerkgeräten.

Latin-1 (ISO 8859-1) und Latin-9 (ISO 8859-15) sind Zeichenkodierungen für westeuropäische Sprachen, die neben dem ASCII-Grundzeichensatz auch Sonderzeichen wie ä, ö, ü, é oder ñ enthalten. Latin-9 erweitert Latin-1 u. a. um das Euro-Zeichen (€) und gilt als dessen modernere Variante. Heute werden beide weitgehend durch Unicode (UTF-8) abgelöst, das alle Sprachen der Welt abdeckt.

Verlustfreies Kompressionsverfahren (RLE), das aufeinanderfolgende gleiche Zeichen durch Anzahl und Wert ersetzt, z. B. AAABBB → 3A3B.

Die Laufzeit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) gibt an, wie lange die angeschlossenen Geräte im Falle eines Stromausfalls mit Akkustrom versorgt werden können. Sie hängt von der Kapazität der Batterie sowie der Leistungsaufnahme der angeschlossenen Verbraucher ab. Für kritische IT-Systeme muss die Laufzeit so bemessen sein, dass entweder ein geordnetes Herunterfahren oder der Start eines Notstromaggregats möglich ist.

LCD (Liquid Crystal Display) ist eine Displaytechnologie, bei der Flüssigkristalle das Licht einer Hintergrundbeleuchtung steuern, um Bilder darzustellen. LCD-Monitore sind energieeffizienter als ältere CRT-Bildschirme und liefern scharfe, flimmerfreie Darstellungen. Sie werden heute schrittweise durch OLED-Displays verdrängt, die bessere Kontraste und echtes Schwarz ohne Hintergrundbeleuchtung bieten.

Leasing ist eine Finanzierungsform, bei der ein Unternehmen (Leasingnehmer) ein Wirtschaftsgut wie Hardware oder Fahrzeuge gegen regelmäßige Zahlungen nutzt, ohne es zu kaufen. Nach Ablauf der Leasingzeit wird das Objekt zurückgegeben, verlängert oder teilweise übernommen. Für IT-Unternehmen bietet Leasing den Vorteil, stets aktuelle Hardware nutzen zu können, ohne hohe Anschaffungskosten zu tragen.

LED (Light Emitting Diode) ist ein Halbleiterbauelement, das beim Anlegen von elektrischem Strom Licht emittiert. In der IT werden LEDs als Statusanzeigen an Geräten, als Hintergrundbeleuchtung in LCD-Monitoren (LED-LCD) sowie in modernen OLED-Displays eingesetzt. LEDs zeichnen sich durch hohe Energieeffizienz, lange Lebensdauer und geringe Wärmeentwicklung aus.

LEFT JOIN ist eine SQL-Verknüpfungsoperation, die alle Datensätze der linken Tabelle zurückgibt, auch wenn es in der rechten Tabelle keine passenden Datensätze gibt. Fehlende Werte aus der rechten Tabelle werden in diesem Fall mit NULL belegt. LEFT JOIN wird eingesetzt, wenn alle Einträge einer Ausgangstabelle erhalten bleiben sollen, unabhängig davon, ob ein korrespondierender Datensatz in der zweiten Tabelle existiert.

Das Leistungsangebot eines Unternehmens umfasst alle Produkte, Dienstleistungen und Lösungen, die es am Markt anbietet. Im IT-Bereich kann das Leistungsangebot Hard- und Software, Support, Beratung, Cloud-Dienste oder Managed Services umfassen. Eine klare Definition des Leistungsangebots ist Voraussetzung für Preisgestaltung, Vertrieb und Kundenkommunikation.

Das Leistungsportfolio ist die strukturierte Gesamtübersicht aller Produkte und Dienstleistungen, die ein Unternehmen anbietet. Es zeigt, welche Leistungen in welchen Märkten und für welche Zielgruppen verfügbar sind, und dient als Grundlage für strategische Entscheidungen. Regelmäßige Portfolio-Analysen helfen, unrentable Angebote zu streichen und neue Chancen zu identifizieren.

Ein Leistungsprozess umfasst alle Aktivitäten eines Unternehmens, die direkt zur Erstellung und Lieferung eines Produkts oder einer Dienstleistung an den Kunden beitragen. Er ist abzugrenzen von Unterstützungsprozessen (z. B. Buchhaltung, IT-Betrieb), die intern wirken. Die Optimierung von Leistungsprozessen ist zentrales Ziel des Qualitäts- und Prozessmanagements.

Das Leitbild eines Unternehmens formuliert dessen Selbstverständnis, Werte, Ziele und Verhaltensmaßstäbe und gibt Mitarbeitern und der Öffentlichkeit Orientierung. Es beantwortet Fragen wie: Wer sind wir? Was tun wir? Wofür stehen wir? Im IT-Unternehmen dient das Leitbild als Grundlage für Unternehmenskultur, Personalentscheidungen und die strategische Ausrichtung.

Leitungssysteme beschreiben die organisatorische Struktur, über die Weisungen, Informationen und Entscheidungen in einem Unternehmen fließen. Unterschieden werden Einliniensysteme (klare Hierarchie, eine Befehlskette), Mehrliniensysteme (mehrere Vorgesetzte) und Stabliniensysteme (Linie + beratende Stabstellen). Die Wahl des Leitungssystems beeinflusst Kommunikationswege, Verantwortlichkeiten und Reaktionsgeschwindigkeit.

Ein Lenkungsausschuss (Steering Committee) ist ein übergeordnetes Gremium im Projektmanagement, das strategische Entscheidungen trifft, das Projekt überwacht und bei eskalierenden Problemen eingreift. Er besteht typischerweise aus Vertretern der Unternehmensführung und wichtigen Stakeholdern. Der Lenkungsausschuss genehmigt Projektpläne, Budgets und wesentliche Änderungen.

Im ML-Kontext: Prozess, bei dem ein Algorithmus aus Daten Muster erkennt und ein Modell aufbaut, das auf neue Daten angewendet werden kann.

Hyperparameter beim Training neuronaler Netze, der bestimmt, wie stark die Gewichte pro Schritt angepasst werden; beeinflusst Stabilität und Geschwindigkeit.

Lessons Learned bezeichnet den strukturierten Prozess der Auswertung von Projekterfahrungen – sowohl positiver als auch negativer Art – um daraus Erkenntnisse für zukünftige Projekte abzuleiten. Sie werden typischerweise am Projektende dokumentiert und in einer Wissensdatenbank gespeichert. Lessons Learned sind fester Bestandteil des Projektabschlusses im Projektmanagement und helfen, Fehler nicht zu wiederholen.

LibreOffice ist eine kostenlose, quelloffene Office-Suite, die Textverarbeitung (Writer), Tabellenkalkulation (Calc), Präsentationen (Impress) und weitere Anwendungen umfasst. Sie ist ein direkter Konkurrent zu Microsoft Office und kann gängige Dateiformate wie .docx und .xlsx öffnen und bearbeiten. LibreOffice wird von der Document Foundation entwickelt und ist auf Windows, macOS und Linux verfügbar.

Lichtwellenleiter (LWL), auch als Glasfaserkabel bekannt, übertragen Daten als Lichtsignale durch dünne Glas- oder Kunststofffasern. Sie ermöglichen sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeiten (bis zu mehreren Terabit pro Sekunde) über große Entfernungen ohne nennenswerte Signalverluste. Im Vergleich zu Kupferleitungen sind sie unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen und werden im Backbone-Bereich von Netzwerken eingesetzt.

Last In, First Out: Das zuletzt eingefügte Element wird zuerst entnommen; Grundprinzip des Stacks, z. B. für den Funktions-Aufrufstapel.

LIKE ist ein SQL-Operator für Mustervergleiche in WHERE-Klauseln, der die Suche nach Zeichenketten mit Platzhaltern ermöglicht. Das Prozentzeichen (%) steht für beliebig viele Zeichen, der Unterstrich (_) für genau ein Zeichen. Beispiel: `WHERE name LIKE 'M%'` findet alle Namen, die mit „M" beginnen.

LIMIT ist eine SQL-Klausel, die die Anzahl der zurückgegebenen Datensätze einer Abfrage beschränkt. Sie wird häufig in Verbindung mit ORDER BY verwendet, um beispielsweise die zehn neuesten Einträge oder die fünf umsatzstärksten Kunden abzufragen. In manchen Datenbanksystemen (z. B. Microsoft SQL Server) heißt der entsprechende Befehl TOP.

Datenstruktur mit sequenzieller Elementanordnung, bei der jedes Element höchstens einen Vorgänger und Nachfolger hat, z. B. Array, Stack, Queue.

Statistisches Verfahren, das den linearen Zusammenhang zwischen Eingabevariablen und einer kontinuierlichen Ausgabegröße modelliert und vorhersagt.

Sequenzielle Anordnung von Elementen oder Anweisungen ohne Verzweigungen; die einfachste Programmstruktur, bei der Befehle der Reihe nach ausgeführt werden.

Diagrammtyp, der Datenpunkte durch Linien verbindet und zeitliche Verläufe oder kontinuierliche Entwicklungen wie Temperaturen oder Umsätze visualisiert.

Dynamische Datenstruktur aus verketteten Knoten; jeder Knoten speichert einen Wert und einen Zeiger auf den nächsten Knoten.

Benutzerfreundliche Linux-Distribution auf Ubuntu-Basis mit Cinnamon-Desktop; besonders für Einsteiger geeignet und vollständig vorinstalliert.

Liquidität bezeichnet die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen zu können. Sie ist neben Rentabilität und Sicherheit ein zentrales unternehmerisches Ziel, denn Zahlungsunfähigkeit führt zur Insolvenz – auch bei grundsätzlich profitablen Unternehmen. Liquiditätskennzahlen wie die Liquidität 1. Grades (Kassenliquidität) helfen, die finanzielle Handlungsfähigkeit zu bewerten.

GUI-Steuerelement, das eine scrollbare Liste von Optionen anzeigt, aus der Benutzer einen oder mehrere Einträge auswählen können.

Dynamische Datenstruktur zur geordneten Speicherung von Elementen, auf die per Index zugegriffen wird; Grundlage vieler Algorithmen.

Live-Chat ist ein Echtzeit-Kommunikationskanal, über den Kunden oder Nutzer direkt über eine Website oder App textbasiert mit einem Supportmitarbeiter oder einem Chatbot kommunizieren können. Er ermöglicht schnelle Hilfe ohne Telefonanruf und wird im IT-Support und Kundenservice eingesetzt, um Wartezeiten zu reduzieren. Moderne Live-Chat-Systeme integrieren oft KI-gestützte Chatbots für die Erstbearbeitung häufiger Fragen.

Large Language Model: auf massiven Textmengen trainiertes KI-Sprachmodell, das natürliche Sprache versteht, generiert und übersetzt.

Law of Demeter: Entwurfsprinzip, das besagt, ein Objekt soll nur mit direkt bekannten Objekten kommunizieren, um lose Kopplung zu fördern.

Eine Log-Datei ist eine automatisch geführte Protokolldatei, in der Ereignisse, Fehler, Warnungen und Aktivitäten eines Systems oder einer Anwendung mit Zeitstempel aufgezeichnet werden. Sie dient der Fehlerdiagnose, Sicherheitsanalyse und Nachvollziehbarkeit von Systemzuständen. Log-Dateien sind ein unverzichtbares Werkzeug für Administratoren und Entwickler bei der Fehlersuche und dem Monitoring.

Schicht in der Mehrschichtenarchitektur, die Geschäftsregeln und Anwendungslogik enthält und zwischen Präsentation und Datenhaltung vermittelt.

Logische Operatoren verknüpfen mehrere Bedingungen in SQL-Abfragen oder Programmiersprachen und liefern einen Wahrheitswert (TRUE/FALSE). Die wichtigsten Operatoren sind AND (beide Bedingungen müssen erfüllt sein), OR (mindestens eine Bedingung muss erfüllt sein) und NOT (kehrt den Wahrheitswert um). In SQL werden sie in der WHERE-Klausel eingesetzt, z. B. `WHERE alter > 18 AND land = 'DE'`.

Klassifikationsverfahren, das mithilfe der Sigmoid-Funktion die Wahrscheinlichkeit der Zugehörigkeit zu einer Klasse modelliert.

Logarithmus des Wahrscheinlichkeitsverhältnisses ln(p/(1−p)); bildet in der logistischen Regression die lineare Kombination der Merkmale ab.

Ein lokales Rechenzentrum (On-Premises-Rechenzentrum) ist eine vom Unternehmen selbst betriebene IT-Infrastruktur, die sich physisch im eigenen Gebäude oder auf dem Firmengelände befindet. Es bietet maximale Kontrolle über Daten und Systeme, erfordert aber hohe Investitionen in Hardware, Strom, Kühlung und Fachpersonal. Es steht im Gegensatz zu Cloud-Rechenzentren, bei denen Ressourcen extern gemietet werden.

Eine Löschanomalie tritt in nicht normalisierten Datenbanktabellen auf, wenn das Löschen eines Datensatzes unbeabsichtigt andere, noch benötigte Informationen mit entfernt. Beispiel: Wird ein Mitarbeiter aus einer Tabelle gelöscht, die auch Projektdaten enthält, gehen diese Projektdaten verloren. Durch Normalisierung (mindestens 3. Normalform) werden Löschanomalien vermieden, indem Daten in separate Tabellen aufgeteilt werden.

Liskov Substitution Principle: SOLID-Prinzip, nach dem Unterklassen-Objekte überall einsetzbar sein müssen, wo die Basisklasse erwartet wird.

LTE (Long Term Evolution) ist ein Mobilfunkstandard der vierten Generation (4G), der deutlich höhere Datenübertragungsraten und geringere Latenzen als seine Vorgänger UMTS/HSPA ermöglicht. LTE erreicht in der Praxis Downloadraten von 50–150 Mbit/s und wird als Grundlage für mobiles Breitbandinternet, IoT-Anwendungen und VoIP genutzt. Als Vorgänger von 5G ist LTE nach wie vor die dominierende Mobilfunktechnologie in Deutschland.